Die Person hinter Geschenklotse

„Ich will Dinge richtig machen oder gar nicht“

Geschenklotse ist eine kostenlose Wunschliste ohne Werbung. Dahinter steht keine Firma, sondern ein Mensch: Steffen Edinger. Ein Gespräch über eine Idee aus dem Jahr 2014, Entwicklung mit KI nach Feierabend und vier Wochen Testphase für Google.

InterviewOktober 2026Lesezeit ca. 4 Minuten

Steffen Edinger, Jahrgang 1981, arbeitet hauptberuflich in der IT. Die Idee zu einer Wunschliste, bei der Familie und Freunde Geschenke reservieren können, trägt er seit 2014 mit sich herum. Umgesetzt hat er sie erst 2026, mit Unterstützung durch künstliche Intelligenz.

Die Idee

Herr Edinger, wer steckt hinter Geschenklotse?

Nur ich. Hauptberuflich arbeite ich in der IT. Geschenklotse ist ein rein privates Projekt, das ich nebenbei aufbaue.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee hatte ich schon 2014, damals unter dem Namen Wunschdenken. Ich bin aber nie dazu gekommen, sie umzusetzen. Eine Plattform professionell aufzusetzen und dauerhaft zu betreiben kostet sehr viel Zeit. Ich will Dinge entweder richtig machen oder gar nicht, und wer die Plattform nutzt, soll ein gutes und vor allem sicheres Projekt bekommen.

Screenshot des Entwurfs Wunsch-Denken.de von 2014
Der Entwurf von 2014: Wunsch-Denken.de. Das Versprechen „Nie wieder doppelte oder falsche Geschenke!“ gilt bis heute.

Warum hat es dann 2026 geklappt?

Einen großen Teil der Plattform habe ich zusammen mit Claude gebaut. Ohne diese Hilfe wäre das neben dem Beruf zeitlich nicht gegangen. Die Umsetzung begann im Januar 2026, Anfang März 2026 ging Geschenklotse online.

„Ich will Dinge entweder richtig machen oder gar nicht.“

Steffen Edinger

Ohne Werbung

Was stört Sie an anderen Wunschlisten-Diensten?

Vor allem Webseiten, die mit Werbung zugepflastert sind. Mir ist klar, dass Betreiber Geld verdienen müssen. Bei Geschenklotse steht aber zuerst der Nutzen für die Menschen, die es verwenden. Sie sollen die Plattform gern nutzen und einen echten Mehrwert haben.

Wie finanziert sich Geschenklotse?

Geschenklotse ist kostenlos und zeigt keine Werbung. Wenn ein Wunsch auf ein Produkt bei Amazon verweist, kann dabei ein Partnerlink im Spiel sein. Wird darüber gekauft, bekomme ich eine kleine Provision, die für den Käufer nichts kostet. Damit möchte ich Server- und KI-Kosten decken. Hinter Geschenklotse steht keine Firma, es ist ein rein privates Projekt. Mir geht es nicht in erster Linie darum, damit Geld zu verdienen.

Warum richtet sich das Angebot an Deutschland, Österreich und die Schweiz?

Wegen Sprache und Kultur. Ich kenne die Gepflogenheiten rund um Weihnachten, Geburtstage und andere Anlässe in diesen Ländern und kann die Plattform darauf zuschneiden.

Technik und Sicherheit

Es gibt Apps, eine Chrome-Erweiterung und einen Claude-Anschluss. Warum so viel Technik für eine Wunschliste?

Weil mich die Technik interessiert. Geschenklotse enthält mehr moderne Technik, als man auf den ersten Blick sieht. Wer eine iOS- oder Android-App, eine Chrome-Erweiterung oder einen MCP-Server für Claude baut, muss Sicherheitsvorgaben umsetzen. Die werden vor der Veröffentlichung in den Stores teils streng geprüft.

Was war die größte Hürde?

Zeit, Sicherheit und die Prüfungen der Stores. Am nervigsten waren interessanterweise die Chrome-Erweiterung und die Android-App. Für die Android-App musste ich sogar ein kleines Testteam engagieren, das die App vier Wochen lang getestet hat. Die Prüfverfahren von Google sind sehr aufwändig.

Welche Rolle spielt KI dabei?

KI hat zwei Seiten. Einerseits werden gerade viele Sicherheitslücken durch KI gefunden. Andererseits hilft KI sehr gut dabei, solche Lücken zu schließen. Beides begleitet die Entwicklung von Geschenklotse.

Und wie gehen Sie mit den Daten der Nutzer um?

Die Daten liegen auf Servern in Deutschland beziehungsweise in der EU. Ich speichere nur, was für die Funktion nötig ist, und prüfe die Sicherheit regelmäßig.

Zum Schluss

Wie schenken Sie selbst am liebsten?

Mit Wunschliste. Ich schenke gern das, was sich jemand wirklich wünscht.

Was kommt als Nächstes?

Mehr Ratgeber. Darüber hinaus ist vieles offen: Ich habe oft neue Ideen, und wir leben in einer so schnelllebigen Zeit, dass jeden Tag Neues passiert.

Fragen, Ideen oder Kritik? Schreib an admin@geschenklotse.de. Oder leg direkt kostenlos einen Wunschzettel an.